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Reiseinfos

Moskau ist die Hauptstadt der Russischen Föderation und mit etwa 8,5 Mio. Einwohnern die größte Stadt des Landes. Sie stellt dessen unumschränktes politisches, administratives, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum dar. Die Stadt befindet sich auf 55°44' nördlicher Breite und 38° östlicher Länge an dem Fluß "Moskwa" im europäischen Teil Rußlands. Sie wird von der Zone des gemäßigten Kontinentalklimas beeinflußt.Die Bevölkerung Moskaus setzt sich zu 90% aus Russen zusammen, etwa 250.000 sind Ukrainer, 175.000 Juden und 160.000 Tataren. Im Zentrum von Moskau liegt der Rote Platz und der historische Kreml. Die eindrucksvollen Mauern des Kremls, mehrere Kathedralen, darunter die Basiliuskathedrale mit ihren neun farbenprächtigen Kuppeln, Museen und Verwaltungsgebäude prägen das Bild des Herzen dieser Stadt, das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Neben den zahlreichen Kirchen und Klöstern zählen insbesondere das weltberühmte Moskauer Bolschoi-Ballett, die prunkvolle U-Bahn und mehrere Kunstgalerien, darunter das Puschkinmuseum und die Tretjakowgalerie, zu den herausragenden Sehenswürdigkeiten Moskaus. Der Rote Platz ist für Russen ein mythischer Ort. Viele tausend Kilometer kommen sie mit dem Zug nach Moskau, vor allem, um einmal über sein berühmtes Pflaster geschlendert zu sein. Schauen Sie selbst hin, wenn sie das selbe tun: Die Augen und Münder dieser russischen Durchschnitts-Familien sind noch größer, als die der Touristen aus Deutschland und Amerika. Der Rote Platz ist wie kein anderer Ort Symbol für die Geschichte Russlands. Und wenn auch nur in den Köpfen der Menschen. Vor allem die Sowjetmacht lud den Platz mit Geschichtssymbolik förmlich auf. Rauchen war hier zu Sowjetzeiten verboten. Vor Lenins Marmor-Sarkophag sollten die Ritzen des Pflasters nicht mit unästhetischen Kippen aufgefüllt werden. Heute ist Rauchen vielleicht immer noch verboten. Das weiß keiner mehr so genau. Ist aber auch nicht wichtig, denn mit den Hunderte Meter langen Schlangen vor der einst wichtigsten Staatsleiche der UdSSR verschwand auch die symbolische Daueraufladung des Platzes mit Geschichte. Und heute lässt man sich vor der Kulisse des Historischen Museums am Eingangstor zum Platz vom Profi-Fotographen zwischen zwei lächelnden Doubles ablichten. Links Iwan der Schreckliche, rechts Lenin, der unsterbliche Revolutionär. Die Geschichte: Bis Ende des 15. Jahrhunderts standen hier bis an die Kremlmauer Häuser. Den Platz, der dann entstand, nannten die Moskauer zuerst "torg" (=Handel). Erst im 17. Jahrhundert kam der Name Krasnaja Ploschtschad auf. Krasnaja bedeutete damals noch sowohl rot, als auch schön. Erst im 20. Jahrhundert wurde allmählich aus dem "Schönen Platz" der "Rote Platz". Da, wo jetzt Lenins Mausoleum steht, gab es bis 1812 noch einen 30 Meter breiten Festungsgraben entlang der Kremlmauer. Als die Franzosen abgezogen waren und die Stadt teilweise ganz neu aufgebaut werden musste, schüttete man den Graben zu. Der Rote war schon immer ein politischer Platz. Hier verlasen Herolde die Zarenerlasse. Hier wurden so berühmte Staatsfeinde, wie der Bauernführer Stenka Rasin, 2000 Strelizen und der Kosaken-Rebell Pugatschow gevierteilt, geköpft, oder sonst wie hingerichtet. Bei den Strelizen soll Peter I. sogar selbst das Beil geschwungen haben. Die Hinrichtungen fanden meist genau vor der Rundtribüne statt, manchmal auch auf ihr. Der Rote war aber auch immer schon Handelsplatz. Zuerst gab es lange Budenreihen, wie heute noch an vielen Metrostationen außerhalb des Zentrums. Ende des 19. Jahrhunderts wurde dann das lange Zeit größte Kaufhaus Russlands gebaut: Das GUM (Staatliches Universal-Geschäft). Und er war immer ein Platz der Kirchen. Zeitweise hieß er sogar Dreifaltigkeitsplatz, nach einer Kirche, die hier einst stand. Mitte des 16. Jahrhunderts ließ Iwan der Schreckliche als Angedenken an seine Siege gegen die Tataren Moskaus Wahrzeichen errichten: Die Basilius-Kathedrale . Und Fürst Poscharskij ließ 1635 hier die Kasaner Kathedrale bauen. Das kleine Kirchlein war der Dank an Gott für die Befreiung Russlands von den polnischen Invasoren. Die hatte der Fürst vorher mit Hilfe des Metzgers Minin-Sochoruk und dessen Volksheer eigenhändig in die Flucht geschlagen. Beide Helden sind im Denkmal verewigt, das nun vor der Basilius-Kathedrale steht . Die Kasaner Kathedrale wurde in den dreißiger Jahren abgerissen, mit ihrem Wiederaufbau begann man 1992. Zarenburg, Verwaltungssitz der Sowjetunion und jetzt Residenz des Präsidenten - jahrhundertelang symbolisierte der Kreml die Macht Russlands. Er wurde im 12. Jahrhundert als Befestigungsanlage inmitten der Stadt gebaut und stellt den ältesten Teil Moskaus dar. Nach der Zerstörung durch Napoleon während dessen Russlandfeldzug 1812 wurde der Kreml wieder neu aufgebaut. Nach der Revolution wurde der neue Sitz der Sowjetführung für die breite Öffentlichkeit gesperrt und erst nach dem Tod Stalins wieder öffentlich zugänglich gemacht. Neben den Regierungsgebäuden befinden sich hier Paläste und Kathedralen, ein gigantischer Sitzungssaal für die KPdSU-Parteitage, die größte Kanone und die schwerste Glocke der Welt. Christ-Erlöser Kathedrale Die kümmerlichen Reste von Napoleons 600.000-Mann-Armee retteten sich gerade vor der sie verfolgenden russischen Armee über die Grenzen nach Westen. Da erließ Zar Alexander I. ein Manifest, dass man zu Ehren der siegreichen russischen Armee und als Dankeschön an Gott in Moskau eine große Kirche bauen möge. Der Bau begann 1817. Doch das Projekt stand unter keinem guten Stern. Probleme mit dem Grundwasser zwangen die Baumeister schließlich, die Arbeiten wieder einzustellen. 1832 kam neue Bewegung in die Sache. Zar Nikolaus I. suchte persönlich eine andere Stelle aus. Genau am Ufer der Moskwa, unweit des Kreml, hier solle die neue Kathedrale entstehen. Und so geschah es. Wenn auch gemächlich. Bis 1839 dauerte es, das der Grundstein gelegt wurde, 1862 war das Dach fertig und 1881 sogar die Fresken im Inneren. Über vierzig Jahre schließlich dauerte der Bau des 103 Meter hohen Gotteshauses. In seinem Inneren war genug Platz, um die Namen der russischen Heldenkämpfer gegen Napoleon in die Wände einzugravieren. Doch die Kirche stand an zu verlockender Stelle. Despot Stalin ließ sie in den Dreißiger Jahren in die Luft sprengen, um Platz für den Bau eines gewaltigen "Palastes der Sowjets" zu schaffen. Das Hochhaus hätte der damals mit weitem Abstand höchste Wolkenkratzer der Welt werden sollen. Bis heute halten sich unzählige Legenden, warum dieser gigantomanische Plan nicht umgesetzt wurde. Nur die Baugrube des Wolkenkratzers wurde ausgehoben. Nach dem 2. Weltkrieg befand sich hier das beliebteste Freibad Moskaus. Der Wiederaufbau der Kirche wurde nach dem Zerfall der UdSSR zum wichtigsten Bauprojekt der Orthodoxen Kirche und des Moskauer Bürgermeisters Jurij Luschkow, der seinen Hofkünstler Surab Zereteli mit der Innenausgestaltung beauftragte. In nur wenigen Jahren wurde die Kirche für 250 Millionen US-Dollar in Tag- und Nachtarbeit wieder aufgebaut und erneut zur Hauskirche des russischen Patriarchen. Und mittlerweile haben sich auch die lautesten Gegner mit dem heftig umstrittenen Wiederaufbau der größten Kirche Moskaus abgefunden. Direkt am Roten Platz gelegen bietet das Historische Museum mit seinen über 250.000 Exponaten einen umfassenden Überblick über die bewegte Geschichte Russlands seit dem 10. Jahrhundert. Das rote Backsteingebäude wurde 1871 erbaut, just an der Stelle, wo vorher die Moskauer Universität untergebracht war. Das Museum beherbergt unter anderem die Kleiderkammer Iwans des Schrecklichen, aber auch die Feldküche Napoleons. Die Geschichte der Sowjetunion harrt allerdings noch ihrZweihundert Kilometer südlich von Moskau und zwanzig Kilometer südlich von der russischen Lebkuchen-Hauptstadt Tula liegt Jasnaja Poljana, ein Gutshof, der dank seines Besitzers in die Weltgeschichte einging. Lew Tolstoi verbrachte hier mehrere Jahrzehnte seines Lebens. In Jasnaja Poljana entstanden seine berühmtesten Romane "Anna Karenina" und "Krieg und Frieden", hier eröffnete der sozial engagierte Literat eine Schule, in der er den Bauernkindern Lesen und Schreiben beibrachte. er Aufarbeitung. Ein weiterer Mangel: Die Ausstellungsstücke sind nur in kyrillischer Schrift ausgewiesen. Der Landsitz, zwischen Wiesen und kleinen Waldstücken gelegen, ist heute ein MuseuDer Schriftsteller, der wegen seiner Kritik an der staatsnahen Orthodoxie aus der Kirche ausgeschlossen wurde, hat seine letzte Ruhe in einem Wäldchen in der Nähe seines Hauses gefunden. m - und eine Pilgerstätte für Tolstoi-Fans nicht nur aus Russland. Auf dem Anwesen werden regelmäßig Literatur-Seminare und Konferenzen organisiert. Zu runden Jubiläen des Dichters versammeln sich hier Tolstois über die ganze Welt zerstreuten nachkommen. Das Freilicht-Architekturmuseum Kolomskoje ist ein Meisterwerk der russischen Kunst und zählt zu den wichtigsten architektonischen Denkmälern Russlands. Längst ist die Zehnmillionen-Metropole weit über die einstige Vorstadt-Residenz der Moskauer Zaren hinausgewuchert, aber das Freilichtmuseum bleibt ein Ort, an dem Moskau weit weg zu sein scheint. Auch die Geschichte von Kolomenskoje reicht bis weit in das14. Jh. zurück. Zentrum des Ensembles ist die Christi-Himmelfahrts-Kirche (Wosnessenskij Sobor), die sich auf einer hohen Terasse über der Moskwa erhebt. Die zum Weltkulturerbe der UNESCO zählende Kirche soll auf Zar Wassilij III. Anweisung gebaut worden sein, als 1530 Thronfolger Iwan geboren wurde, der spätere Schreckliche. Weniger Besucher schlendern über eine kleine Schlucht hinweg bis zur Johannes-der-Täufer-Kirche hoch auf einem anderen Hügel. Die weiße Kirche, ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert, liegt mit ihrem wild-romantischen Friedhof versteckt in einem Wäldchen. Als Paradebeispiel der russischen Holzarchitektur des 17. und 18. Jh. empfiehlt sich ein Blick auf das alte Holzhaus Peters des Großen. Die königliche Holzhütte stand ursprünglich im nordrussischen Archangelsk, wo Peter den Aufbau der russischen Kriegsflotte überwachte. Sie fiel einer sowjetischen Mode zum Opfer, Architekturdenkmäler aus entfernten Landesteilen abzubauen und in großen Freilichtmuseen wieder aufzubauen. Die Parkgegend um Kolomeskoje bietet frische Luft, viel Grün und einen schönen Blick auf Moskau. Von hoch über der Moskwa sehen selbst die tristen Vorstädte am anderen Ufer nicht mehr ganz so trist aus. Im Sommer gibt es jetzt wieder Fluss-Taxis, mit denen man sich aus der Innenstadt nach Kolomenskoje schippern lassen kann. Viele Moskauer nutzen den Park rund um das Freilichtmuseum auch für einen Wochenendausflug zum Picknick und Schaschlick-Grillen.





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