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Reiseinfos Seit der "Wende" hat die Messestadt Leipzig sich einen zweiten Beinamen verdient: "Boomtown" - wegen ihrer wirtschaftlichen und baulichen Entwicklung. Im 19. Jahrhundert galt Leipzig schon einmal als "Marktplatz Europas". Selbst Goethe bezeichnete Leipzig während seiner Studentenjahre als "Klein-Paris". Jetzt ist die geschichtsträchtige Stadt der Kaufleute und Künstler auch wieder für Touristen attraktiv geworden. Leipzig - Boomtown - Noch immer überrascht Besucher die Pracht, die ihnen in Leipzigs Innenstadt entgegenstrahlt. Innerhalb weniger Jahre sind die alten Renaissance- und Jugendstilbauten der ehrwürdigen Messestadt in all ihrer Schönheit restauriert worden. Der Hauptbahnhof, ein epochales Bauwerk des Bürgertums von 1915 und Europas größter Kopfbahnhof, ist wieder zu einem Schmuckstück geworden, an dem sich eine Promenade mit 130 Geschäften und Boutiquen lang zieht: ein Mekka für Freunde des spätabendlichen Einkaufsbummels. Kurz: wer Leipzig vor der Wende gesehen hat, wird die Stadt kaum wiedererkennen. "Leipzig Kommt!" lautet denn auch das Motto der Stadt. Zentraler Anlaufpunkt ist der weitläufige Marktplatz am Scheidepunkt der Petersstraße und der Grimmaischen Straße. Romantische Cafés und Bars, rund um den großen Platz in Gassen und Winkeln verstreut, werben mit Kaffeeduft um Kundschaft. Das Alte Rathaus, das in nur 9 Monaten zwischen zwei Messen erbaut wurde, besticht mit seinen Renaissancefacetten. Es beherbergt das Stadtgeschichtliche Museum, in dem man die Geschichte Leipzigs von der Gründung bis heute nachvollziehen kann. Im nordwestlichen Teil des Marktes steht ein typisches Leipziger Bürgerhaus, Webers Hof. In der Adler-Apotheke gleich daneben arbeitete Theodor Fontane zwischen 1841 und 1842 als Provisor. Barthels Hof im westlichen Teil des Marktplatzes wurde als erstes Gebäude (1523) in der Renaissancebauweise errichtet und ist Leipzig ältestes Handelshaus. Goethe war überwältigt von den "himmelhoch umbauten Hofräumen", die "großen Burgen ähnlich" seien. Im nahegelegenen Café Zum Arabischen Coffe Baum und Museum "Zum Arabischen Coffe Baum", einem der ältesten Kaffeehäuser Europas kann man ein "Schälchen Heeßen" genießen, wie die Einheimischen liebevoll ihr Bohnengebräu bezeichnen. Das Messehaus am Markt birgt in seinem Innern die ersten Untergrund-Messehalle der Welt. Auf einer Fläche von mehr als 5.000 qm wechselten hier in der Vergangenheit Bücher, Uhren und Jagdwaffen den Besitzer. Auf der Rückseite des Alten Rathauses steht die alte Handelsbörse (1687) auf dem Naschmarkt, wo ein Bronzedenkmal an Goethe erinnert, der zwischen 1765 und 1768 in Leipzig studierte. Ganz in der Nähe, in der prachtvollen Mädler Passage, lädt Auerbachs Keller zu Speis' und Trank: ihn verewigte Goethe im "Faust". Die Fülle historischer Gebäude, die Leipzig birgt, entdeckt man am besten vor Ort: so die Katharinenstraße mit ihren beeindruckenden Barockbauten, die Thomas-, Nikolai-, Pauliner- und Matthäikirche, oder die alte Waage, in der die eingeführten Kaufmannsgüter gewogen und verzollt wurden. Einen Besuch wert ist auch das Universitätsgebäude, wo Berühmtheiten studierten. Im Volksmund als "steiler Zahn" oder "Weisheitszahn" betitelt, ragt das Gebäude mit seinen 34 Stockwerken hoch über die Innenstadt hinaus. Kulturell Interessierten sei das Neue Gewandhaus empfohlen, in dem das weltbekannte Leipziger Gewandhausorchester Konzerte gibt, außerdem das Opernhaus, die Moritzbastei sowie das Johann-Sebastian-Bach-Museum, das Ägyptische und das Naturkundemuseum. Doch was wären all diese Sehenswürdigkeiten ohne das pulsierende multikulturelle Leben, das die Innenstadt Tag und Nacht durchzieht. Im Sommer wandelt sich jede Gasse zum Café- und Biergarten. Und auf dem 3,5 km langen Promenadenring mit liebevoll angelegten Grünanlagen rings um die Altstadt lassen Leipziger und Touristen die Seelen baumeln. Schon wer in Leipzig ankommt, hat sofort ein Wahrzeichen im Auge den Hauptbahnhof Leipzig. 1998 wiedereröffnet, bietet der größte Kopfbahnhof Europas in seinen Arkaden ein Paradies für Schaufensterbummler und Shoppingsüchtige. Weiter gehts die Nikolaistraße entlang in Richtung Innenstadt. Auf der linken Seite sieht man dann das Bauwerk, das der Straße den Namen gab - die Nikolaikirche. Das Motto Offen für jedermann kann man hier wörtlich nehmen, denn jeden Tag steht die Kirche von 10 bis 18 Uhr für Besucher offen - sie wurde übrigens 1175 dem Schutzheiligen der Reisenden und Kaufleute St.Nikolaus geweiht. Nicht nur Architekturfreunde werden an den verschiedenen Baustilen ihre helle Freude haben, auch bei Musikliebhabern ruft ein Blick auf die prächtige Konzertorgel einen Glanz in den Augen hervor. Auf dem Nikolaikirchhof befindet sich die Alte Nikolaischule. 1511 als erste städtische Schule erbaut, findet man im Inneren heute unter anderem ein Restaurant. Wer möchte, kann hier den Hunger stillen und den Geist von berühmten Schülern wie Leibniz und Wagner spüren. Frisch gestärkt geht es dann weiter in Richtung Augustusplatz. Egal in welche Himmelsrichtung man blickt, hier gibt es jede Menge interessante Sehenswürdigkeiten. Da wäre zum Beispiel der Mendebrunnen. Mit seinen 18 Metern Höhe bietet er einen tollen Kontrast zum Gewandhaus zu Leipzig, das direkt dahinter steht. In diesem, bei Nacht besonders schön beleuchteten Gebäude, schwang Leipzigs berühmtester Dirigent Kurt Masur den Taktstock, bevor er nach New York wechselte. Blickt man etwas weiter nach rechts, bleibt einem der Mund offenstehen. Vielleicht hat der Uniriese ja deswegen den Spitznamen Weisheitszahn. Im Moment wird an diesem Wahrzeichen, das 1975 eröffnet wurde, ziemlich viel herumgebaut. Denn wo früher die verschiedenen Institute der Universität Leipzig ihren Sitz hatten, werden bald moderne Büroräume entstehen. Nach dem Bummel durch die Mädlerpassage ist der Weg zur spätgotischen Thomaskirche nicht weit. Sie ist nicht nur die heutige Wirkungsstätte des bekannten Thomanerchores und Schausplatz vieler interessanter Ausstellungen und Konzerte, sondern hier findet sich auch das Grab von Thomaskantor Johann Sebastian Bach (im Chorraum). Vor dem Südeingang der Kirche steht eines der beiden Bachdenkmäler (das ältere steht in den Grünanlagen am Dittrichring gegenüber), unter dem man im Sommer wunderbaren Open-air-Konzerten lauschen kann. Den perfekten Abschluss für die Innenstadttour bietet ein Besuch im Haus der Kaufmannsfamilie Bose. Es steht direkt am Thomaskirchhof und im Inneren befindet sich das Bach-Museum und das Bacharchiv. Kunstauktionshaus Leipzig - Nicht nur Kunstfreunde sollten hier einmal vorbeischauen, denn im Kunstauktionshaus Leipzig geht es immer hoch her, wenn Versteigerungen stattfinden. Das Flair der großen Versteigerungen bei Sothebys kommt vielleicht nicht ganz auf, aber ein Besuch kann durchaus interessant sein. Versteigert wird Porzellan, Schmuck, Silber, Möbel, Einrichtungsgegenstände und vieles mehr. Auch Gemälde und Graphiken gehören dazu. Wer mitbieten will, sollte sich vorher eingehend mit den Auktionsbedingungen befassen, denn abgegebene Gebote sind verbindlich.
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